Einreise & Aufenthalt

Wenn Sie nach Deutschland kommen wollen, um hier eine Arbeit aufzunehmen oder wenn Sie sich vielleicht schon in Deutschland befinden, gelten verschiedene Rechtsgrundlagen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Aufenthaltsbestimmungen für Fachkräfte aus dem Ausland (es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit).


Informationen für EU-Bürger/innen

EU-Bürger/innen genießen Freizügigkeit innerhalb der EU und dürfen sich an einem Ort ihrer Wahl niederlassen. Sie brauchen einen gültigen Reisepass oder Personalausweis. Wird ein dauerhafter Wohnsitz in Deutschland angestrebt, müssen sich EU-Bürger/innen innerhalb von einer Woche in der Meldebehörde ihres Wohnortes anmelden. Da sie keinen Einschränkungen beim Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt unterliegen, können sie unmittelbar nach der Einreise einer Beschäftigung nachgehen.                                                               

Für Bürger/innen aus Kroatien gelten bis (derzeit) zum 30. Juni 2015 Übergangsregelungen. Bis dahin benötigen sie für eine Beschäftigung eine Arbeitserlaubnis-EU (§ 284 SGB III und § 12b (2) ArGV). Diese kann als befristete Aufenthaltserlaubnis-EU oder als unbefristete und uneingeschränkte Arbeitsberechtigung-EU (nach zwölfmonatiger ununterbrochener Zulassung zum deutschen Arbeitsmarkt) erweitert werden.


Informationen für Fachkräfte aus Drittstaaten

Ausländische Fachkräfte aus Drittstaaten benötigen zur Einreise nach Deutschland und für den Aufenthalt zum Arbeiten in Deutschland einen Aufenthaltstitel. Dieser wird im Heimatland bei der zuständigen deutschen Vertretung beantragt. Bis zum Ende der Übergangsfristen benötigen Bürger/innen aus Kroatien (bis derzeit 30. Juni 2015) einen Aufenthaltstitel.

Dazu wird vor der Einreise ein nationales Visum zum Zweck der Arbeitsaufnahme beantragt (i.d.R. 3 Monate gültig). Nach der Einreise muss in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung (§18 AufenthG) beantragt werden.

Hochqualifizierte ausländische Fachkräfte können verschiedene Arten der Aufenthaltsgenehmigungen beantragen. Bei einigen ist eine vorherige Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit notwendig. Deren Zustimmung ist erteilt, wenn die Bundesagentur für Arbeit nicht innerhalb einer Frist von zwei Wochen auf die Anfrage der Ausländerbehörde antwortet, dass die eingereichten Informationen nicht ausreichend zur Erteilung einer Zustimmung seien.

  • Blaue Karte EU (§ 19a AufenthG)

Seit Mitte 2012 haben qualifizierte Fachkräfte die Möglichkeit, mit der Blauen Karte EU nach Deutschland einzureisen und hier zu arbeiten. Die Blaue Karte ist eine befristete Aufenthaltserlaubnis, die ihrem Inhaber nach 18 Monaten die Freizügigkeit innerhalb der EU erlaubt. Sie ist an ein Beschäftigungsverhältnis gebunden.

Die Blaue Karte EU wird bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung beantragt. Zugangsvoraussetzung ist ein inländischer oder ein mit einem inländischen Hochschulabschluss vergleichbarer ausländischer Hochschulabschluss sowie ein Arbeitsplatzangebot, dessen Jahresgehalt bei derzeit mindestens 46.400€ liegt. Zum Erlangen dieser Blauen Karte EU ist keine Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit notwendig (Vorrangprüfung). Allerdings ist ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb der ersten zwei Jahre der Beschäftigung genehmigungspflichtig durch die Bundesagentur für Arbeit.

Fachkräfte sogenannter „Mangelberufe“ (z.B. MINT, IT) erhalten die Blaue Karte EU bereits bei einem Jahreseinkommen von derzeit 36.192€. In diesem Fall ist noch eine Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit erforderlich. Diese soll sicherstellen, dass die Arbeitsbedingungen und das Gehalt den üblichen Arbeitsbedingungen entsprechen.

Fachkräfte, die eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG  (§ 9a AufenthG) in Deutschland beantragen wollen, können sich den Besitz der Blauen Karte EU (unabhängig davon, in welchem EU-Staat die Karte ausgestellt wurde) auf die Zeit anrechnen, die zur Erteilung notwendig ist.

Ehegatten, Lebenspartner und Kinder von Inhabern einer Blauen Karte EU dürfen nach Deutschland einreisen bzw. nachziehen ohne ihre Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen zu müssen. Ehegatten und Lebenspartner dürfen unmittelbar nach ihrer Ankunft einer Arbeit nachgehen.

Nach 33 Monaten Beschäftigung haben Inhaber/innen der Blauen Karte EU Anrecht auf eine unbefristete Niederlassungserlaubnis (§9 AufenthG), wenn sie Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau B1 sowie Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung nachweisen können. Ein Zertifikat über einen erfolgreich abgeschlossenen Integrationskurs dient als Nachweis für beide Anforderungen.

Die Frist kann auf 21 Monate verkürzt werden, wenn zu diesem Zeitpunkt bereits Sprachkenntnisse der Stufe B1 nachgewiesen werden können.

  • Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche

Seit dem 1. August 2012 können qualifizierte Fachkräfte eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche beantragen. Diese ermöglicht die Suche nach einem Arbeitsplatz in Deutschland für eine Dauer von sechs Monaten. Sie kann nur erteilt werden, wenn der Lebensunterhalt in dieser Zeit gesichert ist.


Quellen:

Arbeitsagentur (2013). Merkblatt 7. Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Fragen, Antworten sowie Tipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Verfügbar hier (Zugriff 8/2013)

Auswärtiges Amt (2013). Zuwanderungsgesetz. Verfügbar hier (Zugriff 8/2013).

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesagentur für Arbeit (2013). Willkommensportal. Verfügbar hier (Zugriff 8/2013).